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Vielfalt lernen in der Ausbildung

Vielfalt lernen in der Ausbildung

Leitziel des Modellprojekts „MitWirkung! – Vielfalt lernen in der Ausbildung“ ist es, Auszubildenden und Berufsschüler*innen im südlichen Sachsen-Anhalt einen offenen und verantwortungsbewussten Umgang mit Vielfalt nahezubringen, sie für Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu sensibilisieren, sie in ihrem demokratischen Verhalten zu stärken und ihr soziales Engagement zu fördern.

Zusätzlich sollen Ausbilder*innen und Berufsschullehrer*innen mit gezielten pädagogischen Angeboten in ihrer interkulturellen Sensibilität gefördert werden, um einen offenen und verantwortungsvollen Umgang mit Vielfalt in Ausbildung und Unternehmen strukturell zu ermöglichen.

Die kooperierenden Unternehmen, Ausbildungsverbünde und Berufsschulen werden darin unterstützt, erfolgreiche Ansätze für eine inklusive Personalentwicklung in ihre Ausbildungsprozesse zu integrieren und curricular zu verankern.

Darüber hinaus sollen aus den neugewonnenen Erkenntnissen weitergehende Handlungsoptionen entwickelt und gemeinsam mit den Kooperationspartnern und einem fachpolitischen Projektbeirat Grundlagen für eine Transferstrategie über die Projektlaufzeit hinaus geschaffen werden.

Unser Handlungskonzept

Das methodische Vorgehen des Modellprojekts gründet auf dem Prinzip des erfahrungsbasierten Lernens. Kognitive Fähigkeiten und eine wertorientierte Haltung können besonders gut durch Erfahrungslernen unter authentischen Bedingungen und Begegnungen gefördert werden. Hier setzt das Konzept „Lernen in fremden Lebens- und Arbeitswelten“ an.

Kern des Projekts bilden intensiv vor- und nachbereitende Lernwochen. Die Teilnehmenden verlassen für einen bestimmten Zeitraum (in der Regel eine Woche) ihren Ausbildungsplatz und wechseln in interkulturelle und soziale Einrichtungen, z.B. der Flüchtlings- und Migrationsarbeit, der Obdachlosenbetreuung oder in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Im geschützten Rahmen kommen sie in unmittelbaren Kontakt mit Menschen aus ihnen fremden Lebens- und Arbeitswelten.

Dieses methodische Vorgehen soll sowohl für Auszubildende, als auch bei Berufsschüler*innen und insbesondere BVJler*innen Anwendung finden. Geplant sind zusätzliche, auf die Besonderheiten der Zielgruppe zugeschnittene Angebote, wie beispielsweise eintägige Begegnungs- oder Aktivprojekte.

Ergänzt werden die erfahrungsbasierten Angebote um Diversity Trainings für Ausbilder*innen. Damit soll eine Verstetigung der Inhalte in Unternehmen, Ausbildungsverbünden und Berufsschulen erreicht werden. Auch Trainings für Unternehmensmitarbeiter*innen und Berufsschullehrer*innen sind geplant.

Das Konzept des „Lernens in fremden Lebens- und Arbeitswelten“ wird bereits vielfach erfolgreich umgesetzt im Bereich des sozialen Lernens. Die Übertragung und Erweiterung des Konzeptes auf die Zielstellung der Förderung eines offenen und verantwortungsbewussten Umgangs mit Vielfalt in Unternehmen und Ausbildung ist innovativ und vor allem vielversprechend in Hinsicht auf die Förderung einer inklusiven Personalentwicklung und die Erschließung neuer Fachkräftepotentiale für Unternehmen im südlichen Sachsen-Anhalt.