Jugendengagement im Rampenlicht

13 Projekte beim 13. freistil – Jugendengagementwettbewerb ausgezeichnet

31. Mai 2016

Zur Preisverleihung des 13. freistil – Jugendengagementwettbewerbs am 28. Mai feierten mehr als 100 Gäste das vielfältige jugendliche Engagement in Sachsen-Anhalt. Dazu waren die engagierten Jugendlichen, Vertreter*innen der Politik, die Förderer des Wettbewerbs und natürlich das freistil-Team im Moritzhof Magdeburg zusammengekommen. Insgesamt wurden 12 Jurypreise und ein Publikumspreis an Projekte junger Menschen vergeben. Die jungen Projektmacher*innen konnten sich neben Preisgeldern im Gesamtwert von 6.500 Euro auch Sachpreise wie Druck und Verteilung von 6.000 Postkarten freuen.

Arbeits-, Sozial- und Integrationsministerin Petra Grimm-Benne äußerte sich begeistert über das vielfältige Engagement junger Menschen in Sachsen-Anhalt. Grimm-Benne, die auch Schirmherrin des Wettbewerbs „freistil“ ist, sagte: „Ich bin begeistert von dem vielfältigen Engagement junger Menschen in Sachsen-Anhalt. Damit freistil auch in die 14. Runde gehen kann, beabsichtigen wir auch zukünftig das Projekt zu unterstützen. Ich bedanke mich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, den Organisatoren und Unterstützern und wünsche allen eine tolle Preisverleihung und alles Gute für das künftige Engagement.“

Preisverleihung 13. Jugendengagementwettbewerb freistil

Preisverleihung 13. Jugendengagementwettbewerb freistil

Der mittlerweile 13. Jugendengagementwettbewerb wurde im Dezember 2015 mit einem Workshoptag eröffnet. Jugendliche zwischen 14 und 27 Jahren hatten bis Ende März die Gelegenheit, sich mit ihrem Projekt zu bewerben. Dabei standen die Kategorien Sport, Umwelt, Kultur, Soziales, Medien sowie Gesellschaft und politisches Leben zur Auswahl. So gingen insgesamt 49 Bewerbungen ein, bei denen ca. 1.000 junge Menschen aktiv sind. Aus den Projekten wählte eine Jury zwölf Preisträger*innen aus. Dabei ging es neben den rein formalen Kriterien auch um Aspekte wie Partizipation, Nachhaltigkeit und Wirkung für andere Jugendliche. Den Publikumspreis wählten Internetnutzer*innen über die Projekthomepage aus. Bis zum 27. Mai wurden mehr als 8.000 Stimmen abgegeben.

freistil.connect und der freistil-Jugendengagementwettbewerb sind Projekte der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. in Kooperation mit der Freiwilligenagentur Magdeburg e.V. Sie werden unterstützt durch das Land Sachsen-Anhalt, die Landeszentrale für politische Bildung, die Lotto Toto GmbH, die
Friedrich Ebert Stiftung, die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt, die Total Raffinerie Mitteldeutschland GmbH und weitere langjährige Partner.

Preisträger*innen des 13. freistil-Jugendengagementwettbewerbs

(in alphabetischer Reihenfolge)

Ausmalbücher für Flüchtlingskinder (Aschersleben)
Dieses Projekt zum Thema „Flucht und Asyl“ entstand im Rahmen eines Klassenprojekts an der PARITÄTISCHEN Fachschule für Sozialpädagogik in Aschersleben, an der die Projektinitiatorinnen ihre Ausbildung absolvieren. Seit September 2015 arbeiten zwei junge Engagierte an der Erstellung von Bilder- und Mutmach-Büchern, die sich mit Märchen wie „Sterntaler“ oder kindergerechten Geschichten beschäftigen und auch indirekt Fluchterfahrungen aufgreifen, um einen Teil zur Bewältigung dieser beitragen zu können. Die Eltern können ihren Kindern mit den textlosen Bilderbüchern eigene Geschichten dazu erzählen. Außerdem arbeiten sie an Informationsbroschüren zur Aufklärung und Sensibilisierung zum Thema der Flüchtlingssituation mithilfe von Inhalten wie Vorher/Nachher-Bildern aus Kriegsregionen oder der Darstellung einer Kontaktaufnahme zwischen einem Deutschen und einem Syrer in einem Jugendclub. Durch das Projekt wollen sie Freude, Mut und Hoffnung bei geflüchteten Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien hervorrufen, die deutsche Bevölkerung sensibilisieren und zum Engagement aufrufen. Die beiden arbeiten gemeinsam an der Entwicklung der Ideen, den Zeichnungen, der Organisation und Antragstellung und knüpfen Kontakte für Förderanträge, um den Druck zu ermöglichen. 25 Bilderbücher konnten durch Sponsoring bereits gedruckt und verteilt werden. Auf der Website zur Aktion „Du bist Politik“ machen sie auf ihr Projekt aufmerksam.

Klimaschützer – Wir verbessern die Welt (Halle / Saale)
Drei fünfte Klassen der Saaleschule in Halle haben im November 2015 eine umfassende Klimaprojektwoche mit dem Titel „Wir verbessern die Welt“ durchgeführt. Aufgeteilt in die verschiedenen Gruppen „Klimadetektiv“, „Upcycling“, „Klimafrühstück“, „Experimente“ und „Liedermacher“ konnten sich die Schüler*innen mit Themen wie Werterhaltung, umsichtigem, nachhaltigem und eigenverantwortlichem Handeln im Umgang mit Ressourcen auseinandersetzen. Dabei ging es unter anderem um erneuerbaren Energien und die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in ihrer Schule durch die Einführung energiesparender Maßnahmen oder der Verarbeitung von Wegwerfartikeln und Müll in sinnvolle Objekte, die ausgestellt wurden und benutzt werden können. Im Blickpunkt lag auch das Thema der CO2-armen Ernährung, deren globale Zusammenhänge im Supermarkt erforscht wurden und die zur Erstellung eines Klimaschutzkalenders und Gestaltung eines Imbisses aus klimafreundlichen Lebensmitteln im Klassenraum führten. Zudem bauten und testeten die Schüler*innen Modelle für Wind- und Solarenergie und texteten sogar einen Song: Der Klima-Rap „Nur ein kleiner Hauch“ wurde eingespielt und als Musikvideo aufgenommen. Er soll veröffentlicht werden um noch mehr Menschen zu erreichen und die Welt mit vielen kleinen Aktionen zu verbessern. Die Ergebnisse der Klimaschutzprojektwoche werden im Juni im technischen Rathaus Halle im Umweltamt vorgestellt.

MACH-Festival (Halle / Saale)
In einer Zeit, in der die Medienlandschaft durch permanenten Wandel gekennzeichnet und Kultur immer schneller auf gesellschaftliche Umbrüche reagieren muss, ist es wichtig, Menschen zu einer aktiven Auseinandersetzung mit Medien und Kultur zu motivieren. Das MACH-Festival gibt Akteur*innen der Kultur- und Medienbildung sowie Kunst- und Kulturschaffenden die Möglichkeit, ihre künstlerischen Produkte und Fähigkeiten in einer dreitägigen Veranstaltung einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Wie schon im Sommer 2015 findet es dieses Jahr vom 8.-10. Juli im Hühnermanhattan in Halle (Saale) statt. Mit Vorträgen, Workshops und anderen Formaten wird Raum gegeben für ein breites Programm, welches durch Abendveranstaltungen mit Performances, Bands und DJs umrahmt wird. Das Kulturprogramm für Ausstellende und Besucher*innen ist durch Spenden und Sponsoring gegen geringe Eintrittspreise für alle Interessierten offen. Eine Arbeitsgruppe aus Studierenden der Hochschule Merseburg, der Uni Halle-Wittenberg und der Kunsthochschule Burg Giebichenstein organisiert das Festival gemeinsam, so dass auch Kooperation und Austausch zwischen den Hochschulen gefördert wird. Die Projektmacher*innen wollen zu einer Steigerung der öffentlichen Wahrnehmung von Kultur- und Medienarbeit beitragen, eine Plattform für fachbezogenen Austausch und Diskussion schaffen sowie soziale Anknüpfungspunkte bieten und das Festival als jährlich stattfindende Veranstaltung etablieren. Der Begriff “MACH” steht für M(edia), A(rt), C(ulture), H(andle) und soll die Kernbestandteile der Veranstaltung repräsentieren.

Magdeboogie (Magdeburg)
Da bisherige Veranstaltungsmagazine nur einen Teil der Subkulturszene in Magdeburg abgebildet hatten, entstand Magdeboogie 2013 zunächst als Kalender für handverlesene Events in der Landeshauptstadt. Die Projektinitiator*innen wollen kleinen kulturellen Veranstaltungen, über die in der Regel keine große Berichterstattung erfolgt, eine Plattform bieten, um Subkultur bekannter zu machen und Bürger*innen ein breiteres und spannenderes Angebot zu bieten. Seit vergangenem Jahr arbeitet das Projektteam an der stärkeren Vernetzung von Produzent*innen von Kulturangeboten und den Nutzer*innen sowie am Ausbau des Blogs. Dort werden regelmäßig Beiträge über die Theaterszene, Kiezspaziergänge mit Stadtteilmanager*innen oder auch Bands erstellt, um die Nutzer*innen davon zu überzeugen, dass Subkultur vor allem vom selber- und mitmachen lebt. Im Rahmen der Bewerbung der Stadt Magdeburg als „Kulturhauptstadt Europas 2025“ suchen die Jugendlichen den Dialog mit der Stadtverwaltung, damit die Subkultur im Bewerbungsprozess beachtet wird. Nach der Gründung eines Vereins, welcher Magdeboogie in Zukunft tragen soll, wollen sie auch an einem Kartenprojekt arbeiten, um Neuankömmlingen in Magdeburg eine bessere Orientierung an die Hand geben zu können.

Meine neue Heimat Tangermünde (Tangermünde)
Die Mitglieder der Gruppe der Jungen Tangermünder Stadtführer nehmen sich seit 2001 in jedem Schuljahr einen Bereich aus ihrer Heimatgeschichte vor, den sie erforschen. Im Schuljahr 2014/15 befragten sie ehemalige Flüchtlinge & Vertriebene, die infolge des 2. Weltkrieges nach Tangermünde kamen, nach ihren Erlebnissen, führten Interviews und verschriftlichten diese. Es war ein bisher noch nicht erforschtes Kapitel der lokalen Geschichte. Siebzehn Zeitzeugen, die nach Ende des zweiten Weltkrieges ihre Heimat verloren hatten und nach Tangermünde gekommen waren, erzählten über ihr Schicksal als Flüchtlinge und Vertriebene. Zudem ergänzen sorgfältige Recherchen der jungen Stadtführer in Büchern, Archiven und dem Internet die Berichte. Die Zeitzeugenberichte wurde in einer großen Broschüre zusammengeführt und veröffentlicht. Auf der Gedenkveranstaltung zum Kriegsende lasen Mitglieder der Projektgruppe zwei Zeitzeugenberichte vor. Mit ihrem Projekt wollen sie Erinnerungen an Flucht und Vertreibung wach halten und Menschen für Probleme von Geflüchteten sensibilisieren. Das Projekt dient als Grundlage für thematische Stadtführungen und um auf kulturellen Veranstaltungen, Stadtfesten sowie im Museum und dem Stadtarchiv der Öffentlichkeit Heimatgeschichte zu vermitteln. In jedem Schuljahr führen die Schüler*innen zu einem anderen Thema Geschichtsforschungen durch. In diesem Schuljahr erforschen sie den historischen Stadtkern mit den denkmalsgeschützten Fachwerkhäusern, um daraus Lesehefte für den Deutsch- und Geschichtsunterricht zu entwickeln.

Muldcraft – Demokratie im Land 2.0 (Muldenstein)
In der virtuellen Welt von Minecraft wird die Sekundarschule Muldenstein und ihr Schulstandort samt Umgebung unter Zuhilfenahme von Bauplänen der Schule nachgebaut und dann von den beteiligten Schüler*innen verbessert. Das Projekt bietet die Möglichkeit, Veränderungswünsche zu visualisieren, anschließend zu präsentieren und folglich hoffentlich leichter zur Umsetzung zu bringen. Den Schüler*innen sind Verbesserungen von unzureichenden Zuständen an ihrer Schule ein Anliegen. Im Moment wird an der Gestaltung des Kellergeschosses der Schule, am Ausbau eines Straßennetzes und der Gestaltung der Schulbushaltestelle gearbeitet. Die Ergebnisse sollen dann von den am Projekt beteiligten Schüler*innen in einer Dienstberatung präsentiert werden. In den regelmäßig stattfindenden wöchentlichen Treffen lernen die Schüler*innen auch die Anwendung demokratischer Prozesse durch Abstimmungen, die Einhaltung von Regeln und Vereinbarungen sowie das gemeinsame Treffen von Entscheidungen und der regelmäßigen Wahl von Bürgermeister*innen. Bei diesem Projekt wird ein Online-Spiel mit der Teilnahme an Entwicklungsprozessen einer Schule verbunden.

Projekt Z – Jugendclub Zoberberg (Dessau-Roßlau)
Im Dezember 2015 veranstaltete der Jugendclub Zoberberg zum Auftakt des neuen „Projekt Z“ ein Charity-Konzert mit anschließender After-Work-Party. Die Grundidee des Projekts besteht darin, jugendkulturelle Veranstaltungen mit dem Motiv des Engagements für andere zu verknüpfen. Über die Verwendung der Mittel wird danach gemeinsam entschieden und der Ertrag der Projekte wird gemeinnützigen Zielen gestiftet. Alle Musiker und Veranstaltungshelfer*innen verzichteten auf Gagen. So wurden an diesem Abend durch den Verkauf von Spendenbändchen und weiteren Spenden ingesamt 1000 Euro eingenommen. Im Anschluss konnten die Erwerber*innen der Bändchen online zwischen drei Vorschlägen über die Verwendung der Gelder abstimmen und so ging das Geld an das Projekt „Schulen für Afrika“ von UNICEF in Ruanda. Die Jugendlichen waren für die gemeinsame Planung der Veranstaltung mit logistischen Aufgaben, sowie der Öffentlichkeitsarbeit mit Erstellung von Plakaten und dem Bändchendesign, verantwortlich. Das Projekt soll das Bewusstsein fördern, dass gemeinnütziges Engagement sinnstiftend und gewinnbringend ist. Eine Wiederholung des Charity-Konzerts wird geplant, um weiter Projekte mit dem Ziel gegen Kinderarmut und für Chancengleichheit, vorrangig von Kindern und Jugendlichen, zu unterstützen.

Rock your Life! Halle e.V. (Halle / Saale)
Ohne Schulabschluss oder auch mit Hauptschulabschluss haben es junge Menschen meist schwer, einen Einstieg ins Berufsleben zu finden. Um sich für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit von Jugendlichen mit sozio-ökonomisch benachteiligtem Hintergrund einzusetzen, haben Studierende 2015 den Verein ROCK YOUR LIFE! Halle e.V. gegründet, der Mentoring-Beziehungen zwischen Schüler*innen von Sekundarschulen und Studierenden ermöglicht und fördert. Im Rahmen dieser Bildungsinitiative begleiten die Studierenden „ihre“ Schüler*innen in ihren letzten beiden Schuljahren auf dem Weg zum Berufsstart. In drei abwechslungsreichen Wochenendseminaren werden die Studierenden professionell auf ihre Aufgabe als Mentor*in vorbereitet, arbeiten zusammen mit ihren Schüler*innen an deren Fähigkeiten und Stärken und lernen sich kennen, um eine persönliche Bindung aufzubauen. Je nach Bedarf finden alle zwei Wochen individuelle Verabredungen statt, die für Freizeitaktivitäten und schulische oder berufsvorbereitende Unterstützung genutzt werden. Ergänzt wird das Mentoring über ein Unternehmensnetzwerk, in welchem Partnerunternehmen Praktikums- und Ausbildungsplätze anbieten, die den Einstieg ins Berufsleben und den Kontakt zu potentiellen Arbeitgebern erleichtern sollen.

Schüler helfen Schülern (Magdeburg)
Schüler helfen Schülern ist ein Projekt, in dem Schüler*innen der Jahresstufen 8-12 als Juniorteacher zum einen anderen Schüler*innen helfen, die im jeweiligen Fach Lerndefizite haben und individuelle Förderung benötigen. Zum anderen können diese Juniorteacher auch Schüler*innen in der Vorbereitung auf schulübergreifende Projekte und Wettbewerbe, wie z.B. Olympiaden unterstützen. Weiterhin werden die Junioteacher für Förderkurse der fünften Klassen eingesetzt und teilweise sogar für spezielle Kurse an Grundschulen. Sie helfen so den jüngsten Schulmitgliedern Übergangsschwierigkeiten zu bewältigen. Schüler*innen in die Position von Lehrenden zu bringen hat viel Vorteile: Sie können schwierigen Unterrichtsstoff „schülergerecht“ erklären, ihre eigenen Lern- Erinnerungs- und Festigungstechniken weitergeben aber auch ihre sozialen und fachlichen Fähigkeiten ausbauen. Für die Eltern leistungsschwächerer Schüler*innen stellt dieses Projekt die Möglichkeit einer kontrollierten, individuellen und im Idealfall von der/dem unterrichtenden Lehrer*in unterstützten Nachhilfe dar. Die geförderten Schüler*innen werden gestärkt und motiviert. Für die Schule bedeutet das Projekt insgesamt ein Alleinstellungsmerkmal, Hochbegabtenförderung und eine Verbesserung des sozialen Miteinanders, da Klassenübergreifende Kontakte entstehen. Das Projekt startete im Mai 2014 und es hat großen Zuspruch gefunden. Über 30 Juniorteacher wurden im ersten Durchgang ausgebildet, viele weitere sind interessiert und auch die Nachfrage nach Lernpatenschaften von zu fördernden Schüler*innen ist groß.

Speech Team (Aschersleben)
Um mehr verantwortungsvolle Teilnahme junger Bürger*innen am politischen Geschehen zu fördern, engagieren sich Schüler*innen am Gymnasium Stephaneum zu Aschersleben in einer Arbeitsgemeinschaft, um Mitschüler*innen und auch Lehrer*innen für die Kunst der Rhetorik und politische sowie gesellschaftliche Themen zu begeistern. Die AG wurde 2008 von einem Bundessieger der Schule beim Wettbewerb „Jugend debattiert“ gegründet und orientiert sich an den Idealen des Wettbewerbs, dem politischen Interesse und Soft Skills im Auftreten. In wöchentlichen AG-Treffen arbeiten die Schüler*innen an einem selbst erstellten Konzept zur optimalen Vorbereitung auf die Teilnahme am Wettbewerb, wodurch sie nach dem Debattenformat von „Jugend debattiert“ trainieren und auch vor Gruppen auftreten. Neben viel Übung erhalten die Teilnehmenden der AG aber auch Tipps für das Halten von Referaten und sie tauschen sich zu aktuellen politischen Geschehnissen aus. Außerdem gibt es jahrgangsübergreifende Projekttage zur gezielten Themenvorbereitung, bei denen auch die jeweiligen Teilnehmer*innen für Bundes- oder Regionalwettbewerbe ausgewählt werden. Von den in der AG gelernten Kompetenzen profitieren die Teilnehmer*innen auch außerhalb des Schullebens.

Team WB Landparty (Lutherstadt Wittenberg)
Für die meisten Kinder und Jugendlichen ist die Kommunikation mit Gleichaltrigen über das Internet und soziale Medien fester Bestandteil ihres Alltags. Um der Vereinsamung von Jugendlichen, die sonst zu viel Zeit zu Hause alleine vor dem Computer verbringen würden, entgegenzuwirken, veranstaltet eine Gruppe Jugendlicher in der Evangelischen Akademie in der Lutherstadt Wittenberg regelmäßig LAN-Partys. Dort können die Teilnehmenden in der Gruppe Computerspiele spielen, sich über ihr Vorgehen im Spiel unterhalten und diskutieren, Tipps und Tricks austauschen und Kontakte knüpfen. So hat eine Gruppe von Kindern schon ihre Stadt in Minecraft nachgebaut oder einen Dorf-Jugendclub gestaltet. Auch eine Gruppe Jugendlicher mit Migrationshintergrund wurde an die Minecraft-Welt herangeführt. Es werden unterschiedliche Spiele angeboten und auch Turniere mit Preisvergaben für die besten Spieler*innen durchgeführt. Wichtig ist es den Projektmacher*innen, Vorurteile gegenüber Computerspielen bei Erwachsenen abzubauen und zu zeigen, dass diese Form der Freizeitbeschäftigung zum Beispiel förderlich beim Lernen sein kann. Neben der Überzeugungsarbeit versuchen sie auch beispielsweise mit Flyern und Presseartikeln mehr Aufmerksamkeit und mehr Teilnehmende für ihre Veranstaltungen zu gewinnen. Dieses Jahr sind zwei Events über je ein ganzes Wochenende Anfang April und Oktober geplant.

Urst Urban (Magdeburg)
Für einen Monat hat die Projektinitiatorin von „Urst Urban“ einen Ladenraum in einer stark frequentierten Fußgängerstraße in der magdeburger Innenstadt in einen Freiraum umgewandelt, der als konsumfreier Aufenthaltsort für generationen- und kulturübergreifende Begegnungen und eigene Projekte genutzt wurde. Täglich fanden dort Veranstaltungen statt, die ehrenamtlich von Einzelpersonen, Initiativen, Vereinen und Institutionen organisiert wurden. Das bunte, etwa fünfzig Aktivitäten umfassende Programm, das von jungen und älteren Menschen gleichermaßen geplant oder spontan initiiert wurde, reichte von Ausstellungen, Theater- und Tanz-Workshops und Konzerten über Vorträge, Lesungen, eine Modenschau, einen Umsonst-Flohmarkt und die Organisation einer Demonstration für Freiräume am Abschlusstag. Neben festen Programmpunkten wie dem Freiraummontag oder dem Stadterforschungsdienstag war Raum für täglich wechselnde Aktionen wie von „Viva con Agua“ zum Welttag des Wassers, dem Erzählen von Fluchtgeschichten oder einem Sprachcafé. Das Projekt wurde von Menschen jeden Alters und jeder Herkunft genutzt und bot die Möglichkeit, Urbanität zu erforschen, sich mit der Straße und deren Nutzung und Wahrnehmung auseinanderzusetzen, um Impulse und Nutzungsideen für einen innerstädtischen Raum zu entwickeln und Toleranz und Mut zu Vielfalt und Wandel zu fördern.

Zuflucht?! – Wenn Kulturen Zusammenwachsen (Gommern)
Schon in Vorbereitung auf die Ankunft von Geflüchteten in Gommern und Umgebung haben es sich Schüler*innen einer Schule mit dem Titel „Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus“ mit verschiedenen Aktionen zum Ziel gesetzt, ein Zeichen für Toleranz und Demokratie zu setzen und ein friedliches Zusammenleben zu fördern. Zum Abbau von Vorurteilen organisierten sie Aufklärungsveranstaltungen und eine Sammelspendenaktion an ihrer Schule und in der Umgebung, besuchten Flüchtlingsunterkünfte und verbrachten einen gemeinsamen Tag mit Migrant*innen. Für eine besser gelingende Integration wurde auch ein Migrationsfußballspiel veranstaltet. Die Jugendlichen druckten außerdem Plakate und drehten Videoclips, um Einwohner*innen und Schüler*innen über Leben und Schicksale der zuvor interviewten Flüchtlinge zu informieren. Die Projektergebnisse wurden von der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt zum Druck einer Broschüre zur Thematik verwendet und auf der „Meile der Demokratie“ verteilt. Als nächstes Ziel stehen die Erstellung und der Druck von Flyern mit wichtigen Informationen in arabischer und englischer Sprache zur Integrationshilfe und die Organisation eines Willkommensfestes auf dem Programm. Im Rahmen von Ganztagesangeboten sollen an ihrer Schule auch Integrations-/Deutschkurse angeboten werden.