Sachsen-Anhalt beim Bundesfreiwilligendienst im Sonderprogramm Flüchtlingshilfe weit vorn

Vertreter des Bundes, Staatssekretärin und Integrationsbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt Susi Möbbeck und Organisationen diskutierten beim Fachpolitischen Gespräch in Halle über Weiterentwicklung

20. Juni 2016

3005 Menschen sind im Juni bundesweit im Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug aktiv, davon allein in Sachsen-Anhalt 307. Damit liegt Sachsen-Anhalt in dem vor sechs Monaten gestarteten Sonderprogramm im Vergleich der Bundesländer weit vorn. Mit dieser Botschaft und viel Anerkennung für das besondere Engagement von Land und sachsen-anhaltischen Organisationen im Gepäck, war Dr. Christoph Steegmans, Unterabteilungsleiter im BMFSFJ, zu einem fachpolitischen Gespräch am 16. Juni nach Halle angereist.

Fachpol. Gespräch BFD_2

Fachpol. Gespräch BFD_2

Während des fachpolitischen Gespräches zum Bundesfreiwilligendienst in der Flüchtlingshilfe mit Vertretern des Bundes, der Staatssekretärin und Integrationsbeauftragten von Sachsen-Anhalt, Susi Möbbeck, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Bundesfreiwilligen wurde über Erfolge, aber auch notwendige Weiterentwicklungen des Sonderprogramms zur Integration und Teilhabe von Geflüchteten beraten. Dabei kamen auch Bundesfreiwillige mit persönlichen Erfahrungsberichten zu Wort.

„Die hohe Nachfrage nach BFD-Stellen mit Flüchtlingsbezug in Sachsen-Anhalt zeigt, wie  groß die Bereitschaft ist, an einer Ankommenskultur für Flüchtlinge aktiv mitzuwirken. Ich finde es sehr wichtig, das Engagement für und von Flüchtlingen zu unterstützen – dies ermöglicht interkulturelle Begegnung, verbessert die Sprachkenntnisse und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ , begründet Susi Möbbeck, Staatssekretärin und Integrationsbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt, den sichtbaren Erfolg des neuen Bundesfreiwilligendienstes im Sachsen-Anhalt.

Allein 25 Bundesfreiwillige sind seit Programmstart über die Freiwilligen-Agentur in Halle tätig und unterstützen Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften, Willkommensinitiativen, Sportvereinen oder im WELCOME Treff. Der Bedarf ist weit höher, wie  Olaf Ebert, Geschäftsführer der Freiwilligen-Agentur Halle betont. Besonders Geflüchtete selbst haben großes Interesse an dieser Tätigkeit und bringen sich bereits zahlreich ein. Allein 18 von 25 Bundesfreiwilligen der Freiwilligen-Agentur haben einen Migrationshintergrund. “Die Freiwilligen mit eigener Fluchterfahrung motiviert beispielsweise, durch den Bundesfreiwilligendienst Kontakte zu anderen zu bekommen und ihre Sprache zu verbessern. Genau so groß jedoch ist der Wunsch, ihrer neuen Heimat etwas zurück geben zu wollen und sich damit für erhaltene Hilfe zu bedanken” erläutert Ebert.

Eindrucksvolle Bestätigung fand diese Aussage durch die Berichte von anwesenden Bundesfreiwilligen, die über ihre Tätigkeiten im Bereich Sprachförderung, Unterstützung der Alltagsorientierung oder Kinderbetreuung für Geflüchtete sprachen. Für Yakha Khalimova, die als Bundesfreiwillige in einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Halle-Neustadt tätig ist, ist es beispielsweise ein großer Wunsch, selber helfen zu können, aktiv zu sein und ihre Erfahrungen einbringen zu können.

Wichtige Diskussionspunkte im fachpolitischen Gespräch waren die begrenzten Platzzahlen angesichts der großen Nachfrage für den Bundesfreiwilligendienst in der Flüchtlingshilfe in Sachsen-Anhalt sowie Möglichkeiten eines notwendigen Bürokratieabbaus, z.B. wenn es um Anrechnung des Taschengeldes auf Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz geht. Entsprechende Hinweise und Anregungen wurden von Dr. Christoph Steegmans mit zurück nach Berlin genommen.

Kontakt:

Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V.
Olaf Ebert
Leipziger Str. 37 | 06108 Halle (Saale)
E-Mail olaf.ebert@freiwilligen-agentur.de