Rückblick: Kurzzeit-Engagement „Berufspatenschaft offensiv“

Ehrenamtliche helfen, Hürden bei der Jobsuche zu überwinden

23. Januar 2019

Besonders für geflüchtete Menschen ist der Weg ins Berufsleben hier in Deutschland mit vielen Stolpersteinen und herausfordernden Erfahrungen verbunden. Sowohl Akademiker*innen als auch Nicht-Qualifizierte starten in der neuen Umgebung neu und wollen schnellstmöglich selbstständig werden. Viele Geflüchtete bringen jahrelange Berufserfahrung und hohe Fachkompetenz mit und rechnen mit einem schnellen Einstieg und beruflicher Weiterentwicklung. Jedoch herrscht in vielen Firmen trotz des Fachkräftemangels hohe Skepsis gegenüber ausländischen Abschlüssen und Qualifikationen. Dies ist nur eine der vielen weiteren bestehenden Hürden auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Schwierigkeiten bereiten auch die Komplexität des Bewerbungsverfahrens und die Anforderungen der Arbeitsstellen.

Das Tandem-Programm „Berufspatenschaft offensiv“

Berufspatenschaft4In unserem Tandem-Programm „Berufspatenschaft offensiv“ wurden arbeitsuchende Geflüchtete mit ehrenamtlichen Berufspatinnen und Berufspaten für einen befristeten Zeitraum von 3 Monaten zusammengebracht. Gemeinsam wurden die nächsten Schritte auf dem Weg der Jobsuche geplant – Sichtung der Bewerbungsunterlagen, Praktikums- oder Stellensuche – und im Bewerbungsprozess, beispielsweise in der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch.

Der Ablauf des Tandem-Programms

Im Info-Treffen zum Start des Tandem-Programms wurden die Begleitung und die Aufgaben in den Berufspatenschaften gemeinsam mit den Ehrenamtlichen und den teilnehmenden Geflüchteten diskutiert, Veranstaltungen und Unterstützungsmaterialien vorgestellt und Fragen beantwortet.

Zu den Materialien, die an Ehrenamtliche als Hilfe für die Begleitung in der Berufspatenschaft ausgeteilt wurden, gehörten Mustervorlagen für die Bewerbung, Fragen zur Kompetenzermittlung (Potenzialanalyse) und Checklisten als Orientierungshilfe für die Begleitung.

Geflüchtete konnten gemeinsam mit ihren Berufspaten an thematischen Veranstaltungen rund um das Thema „Bewerbung“ teilnehmen. Bei der fachlichen Gestaltung und Umsetzung dieser Veranstaltungen unterstützten sie im Programm engagierte Mitarbeiterinnen eines Großunternehmens der Region Halle-Leipzig aus der Abteilung Personal. Die Fachfrauen haben täglich mit dem Thema „Bewerbung“ und „Vorstellungsgespräch“ zu tun und konnten im Rahmen verschiedener ehrenamtlicher Einsätze im Tandem-Programm, Geflüchtete beraten und sehr motiviert unterstützen.

So konzipierten sie einen vierstündigen Workshop zum Thema „Bewerbung und Vorstellungsgespräch“ und führten diesen mit einer großen Gruppe geflüchteter Männer und Frauen durch. Es wurde ein sehr interessanter und hilfreicher Austausch. Viele Fragen konnten professionell beantwortet und Unsicherheiten relativiert werden. „Der Workshop hat mir sehr viel gebracht!“ – äußerte sich ein Teilnehmer anschließend.

Der Vortrag zum Thema „Online-Bewerbung“ wurde ebenfalls sehr gut angenommen und war ein weiteres positives und impulsreiches Erlebnis für alle Beteiligten. Beim Abschluss-Treffen des Tandem-Programms wurden die Programminhalte und der zeitliche Rahmen gemeinsam ausgewertet und über den Verlauf der Berufspatenschaften, die kleinen und großen Erfolge sowie die Herausforderungen in der Begleitung gesprochen.

Lesen Sie drei Erfahrungsberichte von Paten und Geflüchteten im Tandem-Programm „Berufspatenschaften offensiv“

Tandemprogramm 2019

Mehr über Berufspatenschaften erfahren Sie hier:

Die Berufspatenschaften sind ein Bestandteil des Projektes ARBEITsPLATTE der Stadt Halle (Saale), welches durch das ESF-Bundesprogramm BIWAQ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier) gefördert wird.

Kontakt

Marina Zubchenko-Fritzsche
Zur Saaleaue 51a
06122 Halle (Saale)
Telefon: 0345/ 13 50 368
E-Mail: marina.zubchenko@freiwilligen-agentur.de