Neues zum Jahreswechsel

Olaf Ebert übergibt Geschäftsführung

16. Dezember 2019

Nach einem bewegten Jahr geht es für die Freiwilligen-Agentur bewegt weiter: Zum Jahresende wird Olaf Ebert nach mehr als 20 Jahren die Freiwilligen-Agentur als Geschäftsführer verlassen und neue Impulse, Kooperationen und Programme zur Engagementförderung in Ostdeutschland mit der „Stiftung Bürger für Bürger“ entwickeln.

„Nach 20 Jahren fällt der Abschied natürlich nicht leicht, aber ich bin sicher, dass die Freiwilligen-Agentur mit den beiden sehr erfahrenen Geschäftsführerinnen Karen Leonhardt und Christine Sattler, mit unseren Kolleginnen und Kollegen, den vielen Engagierten und Unterstützern in guten Händen ist. Und unsere Wege werden sich weiter kreuzen, denn uns verbindet die Leidenschaft, durch bürgerschaftliches Engagement eine solidarische und menschliche Gesellschaft mitzugestalten. Ich danke allen von Herzen, die sich in den letzten 20 Jahren für die Freiwilligen-Agentur in Halle und die Engagementförderung in Sachsen-Anhalt stark gemacht haben, bleiben Sie uns verbunden!“ sagt Olaf Ebert.

Ab 2020 wird Olaf Ebert als geschäftsführender Vorstand die bundesweite Stiftung Bürger für Bürger von Halle aus leiten und auch hier die Freiwilligenagenturen und andere engagementfördernde Strukturen insbesondere in Ostdeutschland weiter unterstützen.

„Es geht um mehr als gute Taten“

In einem kürzlich geführten Interview kommt noch einmal zum Ausdruck, was Engagement bewirkt und was aktuelle Herausforderungen sind:

„Angesichts der Spaltungserscheinungen in unserer Gesellschaft, die nicht nur politisch immer sichtbarer werden, sondern auch in der sozialen Schere, die immer weiter auseinandergeht, kann Engagement immer wieder Brücken bauen. Hilfe von Mensch zu Mensch kann staatliche Sozialleistungen wirksam ergänzen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Und das kann man an ganz vielen Beispielen festmachen: an Patenschaften für Kinder, für Geflüchtete, für Menschen mit Behinderung, aber vielmehr geht es uns darum, gesellschaftliche Teilhabe durch Engagement von allen Menschen zu ermöglichen, die bislang noch keinen Zugang zum Engagement haben und nicht integriert sind. Und das sind leider sehr viele Menschen, auch sogenannte »High Potentials«, wenn wir etwa an die vielen internationalen Studierenden in unserer Stadt denken, die hier oft gar nicht ankommen, weil sie keine neuen Menschen kennenlernen, vor allem mit ihrem Studium beschäftigt sind, aber sich auch gern einbringen, wenn es Brückenbauer wie die Freiwilligen-Agentur gibt. Es geht eben um mehr als gute Taten. Engagement stärkt auch den einzelnen Menschen, weil er etwas bewirken kann. Man bekommt viel Anerkennung und Wertschätzung zurück. […]

Genau darum muss es beim Thema Engagementförderung gehen: Alle Menschen zu erreichen, die bereit sind sich einzubringen, aber aus den unterschiedlichsten Gründen noch nicht den Zugang gefunden haben. Uns muss es noch mehr gelingen, alle Menschen einzuladen: Menschen jeden Alters, vor allem aber auch Menschen mit Migrationshintergrund, mit Behinderung, Arbeitslose, Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau. Das sind die Gruppen, die eher unterrepräsentiert sind und wo wir in unserer praktischen Arbeit viel tun, um sie besser zu erreichen.“

Insofern wird 2020 auch für uns ein spannendes Jahr, das wir gemeinsam mit vielen Freiwilligen, Partner*innen und Unterstützer*innen gestalten und vieles zum Guten bewegen wollen.