Von der Patenschaft zu Freunden fürs Leben

Februar 2020 war es, als sich Feras Deab zum ersten Mal bei der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. meldete – eigentlich nur mit dem Ziel, eine ehrenamtliche Tätigkeit in der Altenhilfe zu finden. Als sich im Gespräch herausstellte, dass er ab Sommer auch eine Ausbildungsstelle sucht, ging alles ganz schnell: er wurde im Projekt „Berufspatenschafen – digital.engagiert“ aufgenommen und nur wenige Tage später Constantin Reinhold, einem ehrenamtlichen Berufspaten bei der Freiwilligen-Agentur, vorgestellt.

Schon da stand für Feras fest: Er möchte in die Pflege. So schnell wie möglich.Ich wollte nicht noch ein Jahr verlieren und so schnell wie möglich mit der Ausbildung beginnen. Und diese Ausbildung passt einfach so gut. Ich arbeite gern mit Menschen und habe gesehen, dass ich gut mit alten Menschen umgehen kann. Außerdem ist dieser Beruf immer ein Beruf mit Zukunft, ich werde niemals ohne Arbeit sein.“

Diese Zielstrebigkeit gefiel auch Berufspate Constantin Reinhold: „Ich war sehr positiv beeindruckt davon, wie klar seine Ziele waren. Und inzwischen haben wir wirklich viel zusammen durchgemacht im vergangenen Jahr – sowohl auf der beruflichen als auch der privaten Ebene.“ Dazu gehören neben dem gemeinsamen beruflichen Weg auch Ausflüge oder ein Grillen mit beiden Familien im Sommer im Garten – denn was als Patenschaft begann, wurde sehr schnell zu einer guten Freundschaft.

Bis zum Ausbildungsbeginn mussten beide jedoch noch einige Schritte meistern: „Wir mussten ja zuerst schauen, dass Feras seinen Schulabschluss anerkannt bekommt, und haben da jede Woche sehr pedantisch beim Landesschulamt angerufen.“, erzählt Constantin. Irgendwann kam dann die Benachrichtigung: Realschulabschluss. Der Weg zur Ausbildung zum Pflegefachmann war frei. Um schon erste Erfahrungen zu sammeln und einen Einblick zu bekommen, organisierte der Berufspate schließlich noch ein dreimonatiges Praktikum. „Und das hat dann super geklappt. Ich habe am Anfang immer ganz oft nachgefragt, ob auch alles gut läuft, und das hat es dann auch.“ Schon während des Praktikums bekam Feras das Angebot, seine Ausbildung bei diesem Träger – das Haus Curanum in Heide-Nord – zu beginnen. „Die Leiterin und die Praxisanleiterin dort waren super nett und waren immer für mich da. Deswegen wollte ich dort auch gern weiterarbeiten“, erzählt Feras.

Mit dem Ausbildungsbeginn wurde Constantin gleichzeitig der Berufsschullehrer von Feras – auch das brachte neue Herausforderungen mit sich: „Wenn man bei einem so guten Freund, den man gewonnen hat, plötzlich in eine andere Rolle reinwachsen muss, und dann in so einer Position ist, wo man Noten verteilt und ein Stück weit mit über die Zukunft entscheiden muss, ist das schon sehr schwierig.“ Feras gelang es trotzdem, gut in die Ausbildung zu starten: er ist nicht nur in der Schulklasse beliebt, sondern hat sich sogar selbstständig auf die C1-Sprachprüfung vorbereitet und diese absolviert. „Das habe ich zum Glück alles gleichzeitig geschafft.“

Und in 5 Jahren? „Ich möchte ein guter Berufsschullehrer und Vorbild sein, und gern auch weiter Menschen unterstützen“, erzählt Constantin. „Ich möchte Hallenser sein.“, lacht Feras. „Zuerst möchte ich natürlich die Ausbildung schaffen und einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten. Und dann kommt der Termin beim Oberbürgermeister. Das ist mein großer Traum.“

Wir drücken den beiden dabei alle Daumen!

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